Widerruf einer Kontovollmacht

Landgericht Aachen, Urteil vom 18.1.2018, 1 O 138/16.

Das Landgericht Aachen hatte über einen Fall zu entscheiden, in welchem ein Miterbe nach dem Tod des Erblassers, aufgrund einer über den Tod hinaus geltenden Vollmacht des Erblassers, Verfügungen über ein Nachlasskonto vorgenommen hatte, die Vollmacht aber bereits vor den betreffenden Verfügungen durch einen weiteren Miterben gegenüber der Bank widerrufen wurde.
Da die Bank die Verfügungen aber dennoch zuließ, nahm der die Vollmacht widerrufende Miterbe die Bank in Anspruch, die ausbezahlten Beträge dem Nachlasskonto wieder gut zuschreiben.
Das Landgericht Aachen gab dem weiteren Miterben letztlich Recht. Die Bank musste die Beträge im Rahmen ihrer Haftung dem Nachlasskonto vollständig wieder gut schreiben, da der weitere Miterbe die Vollmacht ordnungsgemäß widerrufen konnte.
Ohne die Vollmacht sind Miterben zu Verfügungen über Nachlasskonten gem. § 2040 BGB aber nur gemeinsam befugt. Dies hätte die Bank berücksichtigen müssen und die Anweisungen eines einzelnen Miterbin ohne die Zustimmung des weiteren Miterben nicht ausführen dürfen.